CD-Produktion von Classic Brass

Passend zum letzten Tag der Musikaufnahmen fällt nochmal etwas Schnee in Tailfingen. „Das hat uns noch zusätzlich inspiriert,“ meint Jürgen Gröblehner vom Blechbläserensemble „Classic Brass“. Denn er und seine Mitstreiter haben gerade in der Tailfinger Pauluskirche eine Weihnachts-CD ein eingespielt.

Unbekannte sind sie nicht in Tailfingen, die fünf Profimusiker. Schon mehrere Male gastierten sie, immer in der Vorweihnachtszeit, in der Pauluskirche. Als es dann daran ging, eine Kirche für neue Tonaufnahmen zu finden, fiel die Wahl nicht schwer: „Diese Kirche hat von allen, die wir im letzten Advent bespielt haben, für uns die beste Akustik. Der Raumklang, bedingt auch durch die Holzdecke, ist für uns ideal.“ Die Pauluskirche habe für Blechbläser den richtigen Nachklang, nicht zu viel, nicht zu wenig, ergänzt Gerhard Gonser. Auf Einladung von ihm kam das erste Konzert vor einigen Jahren mit Classic Brass zustande, über die Jahre hat sich eine innige Freundschaft unter den Musikern entwickelt. Denn auch Gerhard Gonser ist Blechbläser mit Leidenschaft und seit Jahrzehnten Chorleiter des Posaunenchors des CVJMs Tailfingen. „Das ist für uns auch wichtig, dass wir einen Ansprechpartner vor Ort haben,“ sagt Jürgen Gröblehner, „wir fühlen uns in Tailfingen willkommen.“ Die Zusage seitens der Evangelischen Kirchengemeinde für das Projekt war nach Anfrage umgehend erfolgt, solch renommierte Musiker zu Gast zu haben, freut auch „Hauspfarrer“ Johannes Hartmann.

Insgesamt vier Tage dauern die Aufnahmen, in der Spitze bis zu zwölf Stunden werden Aufnahmen gemacht, einzelne Takte wiederholt, konzentriert gearbeitet. „Man agiert doch deutlich anders als bei einem Konzert,“ sagt Trompeter Gröblehner. Jeder Ton muss sitzen, die im Konzert auflockernde Spontanität ist bei Tonaufnahmen nicht möglich. Bis spät in die Nacht wird an der Aufnahme des Winters aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gefeilt, denn hier wird der einzige Nachteil des Aufnahmeorts deutlich: Durch die Lage direkt an der Straße ist manches Geräusch auch in der Kirche zu hören, die Pauluskirche verfügt nur über Einfachverglasung. Da Tontechniker Lutz Wildner natürlich Wert auf höchste Aufnahmequalität legt, muss dann eben auf Verkehrsberuhigung gewartet werden. Wildner sitzt am Mischpult in der Sakristei, vor sich einen dicken Notenordner, versehen mit vielen Hinweisen, und über Mikrophon mit den Musikern im Kirchenraum verbunden. Ihm obliegt nach den Aufnahmen auch die Abmischung, die Zusammenschnitte. Im Herbst soll die CD dann im Eigenverlag von Classic Brass erscheinen.
Zu hören gibt es auf der neuen CD – „Natürlich starten wir mit einer Fanfare“ - neben deutschen auch ungarische Weihnachtslieder. Zoltán Nagy, der erste Trompeter, sowie Posaunist Szabolcs Horváth stammen aus Ungarn, auch Roland Krem an der Tuba hat ungarische Wurzeln. Bach und Händel werden ebenfalls auf der CD vertreten sein, denn ohne die Barockepoche geht es bei den Blechbläsern nicht.

„Ganz schlecht ist es nicht, oder?“ fragt Hornist Christian Fath nach einer weiteren Einspielung in die Runde. Kennt man Classic Brass, ist das die Untertreibung des Jahres: Mit ihrer Erfahrung aus mittlerweile über 900 Konzerten und der nunmehr achten produzierten CD werden auch beim nächsten Tailfinger Gastspiel die Besucher begeistert sein. „Das wird das Highlight!“ ist sich Jürgen Gröblehner sicher. Am Sonntag, 20. Dezember, dem 4. Advent, wird das Abschlusskonzert der „Macht hoch die Tür -Tour“ in der Tailfinger Pauluskirche sein. Und bestimmt landet die neue „Tailfinger“ CD dann auf manchem Gabentisch.


Susanne Conzelmann