Generation+

Das innere Feuer pflegen und Energieräuber vermeiden
Gesellschaft Engagement stand im Mittelpunkt des 4. Aktions- und Infotages „Generation plus“ in Ebingen. Vereine und Einrichtungen gaben ihren Steckbriefe ab.
Den Part der musikalischen Einstimmung hatten Florian Conzelmann und Sven Roth mit Oldie-Livemusik inne, bewirtet wurden die Besucher vom Wintersportverein Pfeffingen. „Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben!“, mit diesem Zitat von Wilhelm Busch eröffnete Erster Bürgermeister Anton Reger nach der Begrüßung durch Dorothee Hummel-Wagner den Aktions- und Infotag im Bildungszentrum. Obwohl der Lohn des Ehrenamtes oft mit Undankbarkeit verbunden sei, hielten sich, so Reger, glücklicherweise viele nicht an Wilhelm Busch.
In Albstadt jeder Zweite
Jeder Dritte Erwachsene sei in Deutschland ehrenamtlich tätig, in Baden-Württemberg sogar 50 Prozent, was auch auf Albstadt zutreffe. Das Ehrenamt, formulierte Reger, bringe den Menschen besseres Verständnis, mache Freude, glücklicher und gesünder, teile Gemeinschaft: „Ehrenamt ist keine Frage von Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft, es ist für jeden etwas dabei“. Den Albstädter Aktions- und Infotag stellte er als Bereicherung im städtischen Veranstaltungsumfeld dar, gebe die Möglichkeit, sich zu informieren und Eindrücke zu sammeln. Sein Dank galt den Organisatorinnen Dorothee Hummel-Wagner vom Pflegestützpunkt Albstadt, Gabi Bitzer von der VHS und Christine Widmann-Simon, Leiterin der Stadtbücherei. „Sie haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt“. Höhepunkt war ein Vortrag von Martin Müller, Fachberater für Bürgerengagement beim Städtetag Baden-Württemberg. Sein überwiegend auf Schwäbisch gehaltener Auftritt zum Thema „Wir machen was“ begeisterte den voll besetzten Saal:„Ich nehme Sie mit zu einer kleinen Reise durch Europa.“ Dabei zeigte er Beispiele in den Niederlanden, London, Griechenland und in Vorarlberg, wie sich Menschen für Menschen, auch als Kraftquelle in Krisenzeiten, engagieren. „Wenn nichts mehr geht, Engagement gibt es immer, das steckt in jedem Menschen“.
Er sei in Sorge, dass Ressourcen im Handyzeitalter verlogen gehen. Da man nicht mehr miteinander rede, gab er den Tipp, die eigenen Erfahrungen aufzuschreiben und Filme zu machen. Müller war es ganz wichtig darauf hinzuweisen, welchen Stellenwert das Persönliche hat. Er empfahl Ruhe und Zeit, um Lebensfreude zuzulassen. Das innere Feuer zu pflegen, das Leben lebenswerter zu machen und persönliche Energieräuber zu minimieren.
Markt der Möglichkeiten
Bei der Podiumsdiskussion beantworteten Klaus Ölkrug vom Freundeskreis Dritte Welt; Pfarrer Walter Schwaiger, Lesepatin Uschi Baumgärtner und Anne Tulke von der Caritas, Fragen von Dorothee Hummel-Wagner zum Thema Ehrenamt. Sie gehörten zum Kreis derjenigen, welche in einem Steckbrief ihre Institutionen vorstellten. Zu ihnen gesellten sich Club Handicap, Nabu, Fotogilde, Kreisseniorenrat, Talgangart, Spielothek und Medienbote, Philipp-Matthäus-Hahn-Museum, Schwäbischer Albverein, CVJM-Tailfingen, VdK und Rossberg der Markt der Möglichkeiten war groß. Am Nachmittag warteten Dozenten der VHS mit verschiedenen Angeboten zum Mitmachen auf.

Von Horst Schweizer

Wie man unschwer erkennen kann war auch der CVJM-Tailfingen mit einem Stand vor Ort.